Claire Grauer

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Links zum Wochenende #49

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Wer mit Gebern zu tun hat, hat jede Menge Papierkram zu erledigen (Quelle: flickr, Zachary Korb)

Ich stelle fest, dass ich ewig schon keinen längeren Text mehr geschrieben habe, doch derzeit bin ich mit diversen Projekten so beschäftigt, dass ich auch vor September wohl nicht mehr dazu kommen werde. Zum Lesen bleibt mir aber immer noch Zeit, sodass es immerhin die wöchentlichen Links gibt.

Why I quit my NGO: Ein langjähriger Mitarbeiter einer Roma-NGO zeigt sich frustriert über die Bedingungen, unter denen NGOs arbeiten müssen. Insbesondere die Abhängigkeit von Gebern, die enge Vorgaben machen wie etwa die EU, die NGOs zur Anpassung an Gebervorgaben, zu „Kreativiät“ und auch zu Unehrlichkeit zwingt, sind für ihn nicht mehr länger hinnehmbar. Kein Grund allerdings, sich nicht mehr zu engagieren.

NGOs und Ökotourismus – Freunde oder Feinde? Ökotourismus boomt und viele NGOs nehmen sich inzwischen der Thematik an. Warum das nicht immer gut ausgeht und v.a. für lokal ansässige Menschen oft zum Nachteil wird, berichtet Wrong Kind of Green anhand einiger Beispiele aus Tansania.

Kaffee vs. Menschenrechte: Alle größeren Medien haben diese Woche darüber berichtet, dass Entwicklungsminister Niebel die NGO FIAN aufgefordert hat, ihre Kampagne gegen eine Kaffeeplantage der Hamburger Neumann-Gruppe in Uganda einzustellen (z.B. taz, ZEIT, n-tv). Hier FIANs Darstellung der Vorgänge mit PDF des Schreibens vom Minister. Dieser wies die Vorwürfe zurück, worauf FIAN wiederum reagiert hat.

Beschneidung in Äthiopien: Die Arbeit gegen weibliche Beschneidung ist ein schwieriges Thema – aber eines, das sich gerade in Ländern des Nordens großer Aufmerksamkeit erfreut. Vor Ort setzen sich inzwischen viele lokale Organisationen gegen die Abschaffung der Beschneidung ein, die größte Aufmerksamkeit (bei meist geringerer Wirksamkeit) erzielen aber immer noch die internationalen „ExpertInnen“, so die Kritik der äthiopischen Aktivistin Bogaletch Gebre.

SMS-Misserfolg: Das Projekt „Maji Matone“ der tansanischen NGO Daraja galt lange als Musterprojekt aus dem Bereich ICT4D – bis vor einiger Zeit Ben Taylor, damaliger Vorsitzender von Daraja, darüber berichtete, dass das Projekt als gescheitert angesehen werden muss. Mittels SMS sollten Menschen aus ländlichen Gemeinden Tansanias defekte Brunnen melden, die dann rasch instandgesetzt werden sollten. Statt der anvisierten 3.000 SMS während der Pilotphase gingen jedoch lediglich 53 ein, sodass das Projekt vorzeitig beendet wurde. Ben Taylors Fazit: Solches Scheitern passiert – sollte aber für die Beteiligten die Pflicht nach sich ziehen, aus den Fehlern zu lernen.

Überleben auf der Flucht: Einen Ratgeber für Vertriebene, der Nicht-Vertriebenen den Ernst der Lage verdeutlcihen zu versucht, ist im Blog von Ndungu Kahihu, Mitarbeiter von Plan International im Süd-Sudan, erschienen. Keine leichte Kost. Die vorherigen Beiträge berichten übrigens über die aktuelle Krisensituation im Bundesstaat Jonglei.

Flucht aus Tansania: Auch aus Tansania, das immer so stolz auf seinen Ruf als Hort des Friedens und Aufnahmeort für Flüchtlinge aus ganz Ostafrika war, müssen derzeit Tausende Menschen fliehen. Ende Juli hatte Präsident Kikwete rund 32.000 RuanderInnen in der Region Kagera aufgefordert, Tansania zu verlassen. Viele der Betroffenen sind in Tansania geboren und waren nie in Ruanda, dem Land, aus dem ihre Eltern und Großeltern vor Jahrzehnten geflohen waren. Die Verfügung des Präsidenten hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass Tansania sich an der neuen UN-Eingreiftruppe für den Osten der DRC beteiligt und sich in diesem Konflikt als Gegner Ruandas sieht.

Zur Lage in Mali: Nach den Präsidentschaftswahlen vom vergangenen Wochenende steht der neue Präsident Ibrahim Boubakar Keita vor großen Herausforderungen. Noch immer ist der Konflikt zwischen der Regierung und den separatistischen Gruppen im Norden des Landes nicht gelöst und sind ausländische Truppen im Land (auch die Bundeswehr). Warum der malische Staat selbst Verantwortung für die gegenwärtige Situation trägt und wie es dazu kam, analysiert der Wissenschaftler Yvan Guichaoua bei Weltsichten.

Auch in Simbabwe wurde gewählt, der alte Präsident ist der neue und noch stehen Vorwürfe der Wahlfälschung im Raum. Warum sich für Frauen nichts ändern wird, darüber schreibt Fungai Machirori.

Ärzte ohne Grenzen/MSF zieht sich nach 22 Jahren aus Somalia zurück. Grund ist die zunehmend instabile Lage, die die Lage für die MitarbeiterInnen zu gefährlich macht.

Wangari Mathai and the Green Belt Movement. Derzeit bin ich u.a. dabei, einen Kurs zum Überthema NGOs und nachhaltige Entwicklung zusammenzustellen. Dieses Video über eine der bekanntesten kenianischen NGOs aus dem Umweltbereich finde ich dazu eine super Sache:

Ab September kann ich dann hoffentlich aus einigen der Dinge, mit denen ich mich derzeit befasse, auch wieder ein paar längere Beiträge basteln.

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