Claire Grauer

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Ein neuer Blick auf Afrika – Rezension: Afrika, Geschichte eines bunten Kontinentes

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Quelle: Peter Hammer Verlag

Quelle: Peter Hammer Verlag

Was ist die erste Assoziation, die eine/m Durschnittsdeutsche/n zu „Afrika“ einfällt? Vermutlich nicht viel mehr als „Hunger“, „Armut“ oder „Bürgerkrieg“. Denn das sind die Bilder, die uns üblicherweise in den Medien begegnen, wenn über Afrika berichtet wird. Auch aus der Schule wissen wir meist nicht mehr über unseren Nachbarkontinent.

Dabei nahm die Menschheit hier ihren Anfang, wie auch Lutz van Dijk in seinem spannend geschriebenen und schön gestalteten Band „Afrika – Geschichte eines bunten Kontinentes“ darstellt.

Den „schwarzen“ mit dem „bunten“ Kontinent zu ersetzen mag ein wenig zu viel des positiven Stereotypes sein, schließlich ist jedes Land und jeder Kontinent bunt. Es ist aber eine löbliche Intention des Autors, die Vielfalt innerhalb des Kontinents Afrika darzustellen, die in den üblichen medialen Darstellungen verloren geht.

Geschichte und Kultur eines ganzen Kontinentes mit einem Buch von rund 300 Seiten abzuhandeln, ist natürlich ein ehrgeiziges Unterfangen und so muss vieles an der Oberfläche bleiben. Zum Beispiel werden die Auswirkungen des westlichen Kolonialismus in Ansätzen dargestellt, während das Thema Entwicklungszusammenarbeit fast außen vor bleibt, obwohl es ein wesentliches Element der europäisch-afrikanischen Beziehungen ist.

Allerdings verfolgt das Buch auch keinen wissenschaftlichen Anspruch, sondern möchte LeserInnen eine neue Perspektive auf Afrika vermitteln, die in den meisten Medien oder im Schulunterricht bislang eben zu kurz kommt. Wer bestimmte Themen weiter vertiefen mag, findet im Anhang eine übersichtliche Literaturliste.

Van Dijks Band richtet sich vor allem an jüngere LeserInnen, ist jedoch für Menschen aller Altersstufen zu empfehlen. Wer sich für „Afrika“ interessiert, bislang aber vor der Komplexität der Auseinandersetzung mit Geschichte und Gesellschaft zurückschreckte, findet hier einen lohnenswerten Einstieg.

Auch wer sich schon länger mit Afrika beschäftigt, kann bei der Lektüre einige Fakten auffrischen und sich insbesondere an den eingestreuten „afrikanischen Stimmen“ erfreuen. Historische Ereignisse werden durch kurze Texte afrikanischer AutorInnen, Politiker/innen, Künstler/innen und historischer Figuren ergänzt. Sie alle tragen zu einem differenzierten und zeitgemäßen Bild Afrikas bei. Dazu gehören auch Beiträge zu Ereignissen der jüngeren Geschichte, etwa die Rolle Chinas in Afrika, dem arabischen Frühling oder dem Thema Flucht nach Europa (welches angesichts der aktuellen Situation fast schon zu kurz kommt).

Schön ist auch der kurze Epilog mit Texten von Ben Okri, Sonwabiso Ngcowa und Amma Darko, die dazu anregen, sich ein wenig mit Literatur afrikanischer AutorInnen zu beschäftigen. Dazu kommt die schöne Gestaltung mit bunten Karten und einem ansprechenden Layout, sodass es Spaß macht, das Buch einfach durchzublättern.

Insgesamt ein ganz tolles Buch, das man von vorne bis hinten durchlesen oder immer mal wieder zur Hand nehmen mag. Hoffentlich entdecken es viele LehrerInnen für ihren Unterricht in verschiedenen Fächern sowie viele Eltern, Tanten, Opas und sonstige Schenkende zum Beispiel für das nächste Weihnachtsfest.

 

Lutz van Dijk
Afrika – Geschichte eines bunten Kontinentes
Neu erzählt mit afrikanischen Stimmen
Peter Hammer Verlag
22 Euro
ISBN: 978-3-7795-0527-3

 

Hinweis: Der Peter Hammer Verlag hat mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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