Claire Grauer

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Laptop-Rückschläge I: Gleich zwei Beiträge vermelden diese Kritisches in Bezug auf ambitionierter Projekte, die Bildung durch Bereitstellen von Laptops verbessern wollen. Das mit großen Ambitionen gestartete Projekt „One Laptop per Child“ (OLPC) scheint eine ernste Krise zu erleben, da nach anhaltenden inhaltlichen und programmatischen Schwierigkeiten nun eine ganze Reihe MitarbeiterInnen das Projekt verlassen hat.

Laptop-Rückschläge II: Die kenianische Regierung hat kürzlich angekündigt, 1,3 Millionen Laptops an SchülerInnen im Land verteilen zu wollen. Das Programm soll einen Umfang von 53 Mrd. ken. Shilling haben (zum Vergleich: das Gesundheitsbudget beträgt 34,7 Mrd. ken. Shilling). Ein zuerst beim Guardian erschienener Beitrag kritisiert das Programm als Symptom einer Technikgläubigkeit, die meint, Bildung alleine durch Bereitstellung technischer Hilfsmittel verbessern zu können, wobei es jedoch zunächst weit wichtiger wäre, für gut ausgebildetes Lehrpersonal in ausreichender Anzahl sowie für gute Ernährung und höhere Schulbesuchsraten unter den Schulkindern zu sorgen.

Sachs-Rückschläge: Nicht erst seit einem kritischen Beitrag in Nature aus 2012 steht das Millennium-Village-Projekt, maßgeblich entwickelt von Wirtschaftswissenschaftler Jeffrey Sachs, in der Kritik, nicht nur im Feld der Entwicklungsökonomie. Ein Beitrag in Foreign Policy fasst die Kritik zusammen, u.a., dass es keine unabhängigien Monitoring- Mechanismen oder Evaluierungen gibt und auch keine Kontroll-Dörfer. Das macht es unmöglich festzustellen, ob durch das Projekt erzielte Fortschritte durch Projektmaßnahmen oder doch eher durch externe Faktoren bedingt sind. Auch Sachs‘ harscher Umgang mit seinen KritikerInnen wird thematisiert – allerdings scheint die Kritik auch angekommen zu sein, denn ein neues Projekt in Nord-Ghana wird erstmalls mit Kontrollen und mit externer Begleitung arbeiten.

Sudan-Rückschritte: Seit 2 Jahren gibt es zwei Sudans, Sudan und Südsudan. Seitdem ist vieles kompliziert geblieben, in beiden Ländern. Die gegenseitigen Beziehungen sowieso. Marina Peter schreibt in Weltsichten über die gegenwärtige Lage im Sudan. DW blickt auf zwei Jahre Südsudan zurück.

Friedens-Fortschritte: Anders als man nach Lektüre der meisten Medien glauben mag, ist die Anzahl weltweiter bewaffneter Konflikte seit 1992. In einem Beitrag für die NZZ schreibt Konfliktfoscher Jonas Baumann über aktuelle Entwicklungen und räumt mit dem Klischee von Afrika als „Kontinent der Kriege“ auf – „zwischen 1989 und 2011 war Asien, nicht Afrika, der Kontinent mit der höchsten Anzahl bewaffneter Konflikte“).

„Smart Aid“ statt Entwicklungshilfe: In einem Gastbeitrag für den East African schreibt Donald Kaberuka, Präsident der Afrikanischen Entwicklungsbank, warum Afrika keine Entwicklungshilfe mehr benötigt, sondern stattdessen „Smart Aid“, schlaue Hilfe, die die Menschen aus afrikanischen Ländern endlich als ernst zu nehmende Wirtschaftspartner statt als hilfsbedürftige Opfer wahrnimmt.

Social Media von Entwicklungsländern lernen: Was die Nutzung mobiler Geräte (z.B. für Geldgeschäfte) betrifft, sind viele Entwicklungsländer Deutschland und anderen Ländern des Nordens bereits weit voraus. Auch in Sachen Nutzung von Social Media können sich letztere zum Beispiel in Afrika nach interessanten Modellen umschauen. Etwa anhand des Beispiels einer nigerianischen Bank, die schon länger eine sehr erfolgreiche Social-Media-Strategie nutzt.

Afrikanisch Essen: Tuleka Prah, Gründerin des Projekts „My African Food Map“ ist derzeit Gastbloggerin beim Missy Magazine.

Was sind „cash for soup“ oder „kleine Sache“ (kitu kidogo)? BBC Online hat einige Ausdrücke der weltweiten „Sprachen der Korruption“ zusammengestellt. Amüsant und lesenswert.

Was bringt mir (als NGO) Google+?: Darüber gibt es einen kurzen Beitrag im Blog des betterplace lab.

Movers and Shakers: Eine kürzlich erschienene Publikation der Heinrich-Böll-Stiftung befasst sich mit „Youth and politichal change in Africa“ (PDF)

„Erste Praxiserfahrungen in der Friedensarbeit“: Etwas älter, für BerufseinsteigerInnen dennoch interessant, dürfte diese Broschüre von der Akademie für Konflikttransformation sein

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